Die unfehlbare Methode der Optiker zum Reinigen Ihrer Brille: Warum das Mikrofasertuch nicht funktioniert

Der Griff zum Mikrofasertuch wirkt vernünftig – sorgt aber oft nicht für wirklich klare Sicht. Viele Optiker in Deutschland empfehlen deshalb eine einfache Methode, die günstiger ist, schonender für die Beschichtung und sichtbar sauberer reinigt.

Warum das Mikrofasertuch allein nicht reicht

Mikrofasern nehmen Fett und Staub gut auf – zumindest anfangs. Doch mit der Zeit sammeln sich in den Fasern:

  • feine Mineralpartikel

  • Hautöle

  • Kosmetikreste

  • Straßenstaub

Beim nächsten trockenen Wischen wirken diese Partikel wie feines Schleifpapier. Besonders empfindlich reagieren:

  • Entspiegelungsschichten

  • Hartschichten

  • oleophobe (fettabweisende) Beschichtungen

Das Ergebnis: Mikrokratzer, milchiger Schleier, mehr Streulicht. Die Brille sieht sauber aus – die Sicht bleibt gedämpft.

Grundregel: Erst abspülen, dann reinigen.
Wasser entfernt abrasive Partikel, bevor Reibung entsteht.

Die Methode, die viele Optiker empfehlen

Sie brauchen nur drei Dinge:

  • lauwarmes Leitungswasser

  • mildes Spülmittel oder sanfte Handseife

  • frisches, fusselfreies Papier zum Trocknen

Schritt für Schritt

  1. Brille unter lauwarmem Wasser abspülen.
    → Entfernt Staub, Sand, Salz.

  2. Einen winzigen Tropfen mildes Spülmittel zwischen den Fingern verteilen.

  3. Gläser beidseitig sanft reinigen, auch Randbereiche, Nasenpads und Bügel.

  4. Gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen, bis kein Film bleibt.

  5. Mit sauberem, fusselfreiem Papier vorsichtig abtupfen.
    → Nicht reiben, nur trocknen lassen.

Einwegpapier verhindert, dass alte Fett- oder Staubreste wieder auf die Gläser gelangen.

Welche Reinigungsmittel geeignet sind

Mittel Geeignet? Risiko
Mildes Spülmittel Ja Schlieren bei Überdosierung
Sanfte Handseife Ja Duftstoffe können Rückstände hinterlassen
Glasreiniger mit Ammoniak Nein Beschichtungs-Schäden
Alkoholhaltige Desinfektionstücher Eher nein Austrocknung, matte Stellen
Chlor-/Allzweckreiniger Nein Dauerhafte Schäden

Ideal sind milde, parfümarme Produkte ohne Schleifkörper, Bleichmittel oder starke Lösungsmittel.

Besondere Vorsicht bei Spezialgläsern

Moderne Brillengläser bestehen oft aus mehreren Schichten:

  • Entspiegelung

  • Kratzschutz

  • Fett- und Wasserabweisung

  • Verspiegelung

  • Polarisationsfilter

  • Fotochrome Beschichtung

Gerade hier ist das gründliche Abspülen entscheidend. Wer hochwertige oder stark veredelte Gläser trägt, sollte einmal beim Optiker nachfragen, welche Pflegeprodukte kompatibel sind.

Häufige Fehler vermeiden

  • Trocken reiben → verursacht Mikrokratzer

  • Haushaltsreiniger verwenden → zerstört Beschichtungen

  • Schmutzige Tücher wiederverwenden → verteilt Partikel

  • Heißes Wasser nutzen → stresst Kunststoff und Kleber

  • Brille mit Gläsern nach unten ablegen → Kratzrisiko

Auch Scharniere und Nasenpads sollten regelmäßig gereinigt werden, da sich dort Schweiß und Kosmetik sammeln.

Wann zum Fachbetrieb?

Wenn sich Fett zwischen Glas und Rahmen sammelt oder hartnäckige Ablagerungen entstehen, hilft oft nur:

  • Demontage

  • Ultraschallreinigung

  • Schrauben- und Sitzkontrolle

Das lohnt sich besonders bei täglichem Gebrauch oder staubiger Arbeitsumgebung.

Wie oft reinigen?

  • Bei täglichem Tragen: 2–3 Mal pro Woche gründlich

  • Kurze Wasser-Reinigung zwischendurch nach Bedarf

  • Häufiger bei Kontakt mit Make-up, Haarspray, Sonnencreme oder Staub

Unterwegs schützt ein Hartetui vor Mikroschäden.

Häufige Fragen

Darf das Wasser heiß sein?
Nein. Lauwarm genügt. Hitze kann Beschichtungen und Kunststoffrahmen schädigen.

Raut Papier die Gläser auf?
Weiches Küchenpapier ist ausreichend schonend. Zeitung oder grobe Servietten sind ungeeignet.

Leidet die Tönung unter Seife?
Bei mildem Produkt und gründlichem Abspülen nicht. Schäden entstehen durch aggressive Chemikalien oder Hitze.

Hilft Anti-Beschlag dauerhaft?
Viele Produkte wirken nur kurzfristig und sind nicht mit allen Beschichtungen kompatibel. Regelmäßige Reinigung ist nachhaltiger.

Gilt das auch für Kontaktlinsen?
Nein. Kontaktlinsen benötigen spezielle sterile Pflegemittel.

Warum diese Methode sichtbar besser wirkt

  • Wasser entfernt abrasive Partikel

  • Seife löst Fett in eine abspülbare Emulsion

  • Gründliches Abspülen verhindert Filmreste

  • Frisches Papier verhindert Rückverschmutzung

Die Oberfläche bleibt optisch glatter, die Entspiegelung arbeitet effizienter, Kontrast und Klarheit verbessern sich.

Saubere Gläser sind nicht nur Komfort. Sie erhöhen Kontrast und Reaktionsfähigkeit – etwa beim Autofahren in der Dämmerung.

Manchmal ist der einfachste Weg der klarste: erst spülen, dann reinigen, sanft trocknen.

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